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Durch das Baltikum nach Helsinki

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Tour-Übersicht

Tour-Dauer: 18. – 24. Mai 2019 (7 Tage)

Wegstrecke/Etappenziele (ohne Anfahrt): Lübeck – Riga – Pärnu – Tallinn – Helsinki


Gefahrene Kilometer (ab Fährhafen Liepaja): 525 Km

Frequentierte Camping-/Stellplätze: Riverside Camping (Riga, LV)

Einleitung

Helsinki war der Treffpunkt für die von Seabridge organisierte Tour durch den Norden Russlands. Wir wollten auf keinen Fall auf direktestem Wege und so schnell wie möglich Helsinki erreichen und haben uns deshalb eine Woche Zeit genommen und noch einige Städte besucht, welche wir unten gerne vorstellen.

1. Tag – Lübeck

Durch das schiefe Holsten-Tor betraten wir die Altstadt von Lübeck. Über die Jahrhunderte hat sich der Boden unter dem Tor stark abgesenkt, was dem Gebäude einen romantischen Charme verleiht. Das im Mittelalter errichtete Backsteintor beherbergt ein Museum über die Geschichte der Stadt. 

 

Beim Weitergehen fielen uns gleich die Häuser im Renaissance- und Barockstil auf. Einige Zeilen dieser historischen Gebäude sind gut erhalten und werden auch entsprechend gepflegt. Kleine Quartiere werden von schmalen, hohen Backsteinhäusern mit ihren Treppenförmigen Giebeln beherrscht.

 

Vom Turm der Marienkirche aus wird jedoch schnell sichtbar, dass diese Stadt im Krieg viel ihrer ehemaligen Bausubstanz verloren hat. Schade, dass die in jüngster Zeit errichteten Gebäude sich nicht wirklich in das alte Stadtbild integrieren. 

 

Wer auch durch einige der Seitengassen schlendert, entdeckt kleine Hinterhöfe und private Wohnsträsschen, welche jedoch nur zu bestimmten Zeiten auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die reich mit Blumen dekorierten Häuschen sind idyllische kleine Juwele.

 

Leider kamen wir gerade etwas zu spät um das Museum im Buddenbrook Haus zu besuchen. Vielleicht das nächste Mal.

Bei schönem Wetter lädt die Uferstrasse an der Trave zum verweilen, spielen und spazieren ein. Hübsche Strassenbeizen sorgen dafür, dass niemand Hunger oder Durst erleiden muss.

 

Ob es daran lag, dass wir diese Stadt an einem Sonntag besuchten, weiss ich nicht. Erwartet habe ich an jeder Ecke ein Geschäft, welches den so berühmten und leckeren Lübecker Marzipan anpreist. Ganz so präsent war diese Leckerei aber nicht. Naja, geht die Reise halt ohne Marzipan weiter.

 

2. Tag – Fähre nach Liepāja, Lettland (mit Fähre)

Frühmorgens fanden wir uns am Pier Nr. 3 der Stena-Line ein und bei dickem Nebel verliessen wir exakt um 10 Uhr Travemünde auf einer etwas in die Jahre gekommenen Fähre. Die Doppel-Kabinen sind mit Kajhüttenbetten, einem kleinen Tischchen, einem Stuhl und Schrank bestückt. Wer möchte, kann sich die Zeit mit Fernsehen vertreiben. Wie gut allerdings der Empfang ist, haben wir nicht ausprobiert. Die Nasszelle bietet in einfacher Ausführung alles was man braucht.

 

An der Bar gibt es Bier, verschiedene alkoholische und nicht alkoholische Getränke sowie kleine Snacks zu kaufen. Zu bestimmten Öffnungszeiten bekommt man an der Fassstrasse des Restaurants verschiedene Gerichte. Nichtalkoholische Getränke sind gratis.

Dank netter Gesellschaft verflogen die Stunden im Nu.

 

3. Tag – Von Liepāja nach Riga (216 Km) 

Pünktlich um 13 Uhr legte die Fähre im Hafen von Liepāja an. Ohne Probleme kamen wir durch den Zoll und fuhren auf der A9 in Richtung Riga.

Die meist gut ausgebaute Strecke führte uns vorbei an riesigen, knallgelben Rapsfeldern, diversen Seen und langgezogenen Wälder. Hin und wieder säumten romantische Bauernhäuser die Strasse. In den Siedlungen, die wir durchfuhren, fielen uns die zahlreichen Fliederbüsche auf, welche in allen violetten Schattierungen blühten.

 

Achtung – wichtig zu wissen, dass jedes Dorf mindestens einen RADAR-Gerät aufgestellt hat!

 

4. Tag – Riga (0 Km)

Etwa 300 m von unserem Stellplatz, der sich etwas ausserhalb der Altstadt von Riga befindet, gibt es eine Bushaltestelle. Morgens und Abends fährt jede Stunde ein Minibus ins Zentrum.

Trotz gelegentlichen Regenschauern schlenderten wir durch die Altstadt und bestaunten all die Sehenswürdigkeiten, die Riga zu bieten hat. Vorbei am Pulverturm, der Rigaer Börse und dem Dom entdeckten wir neben der St. Petri-Kirche die „Bremer Stadtmusikanten“. Hier jedoch von der Bremer Künstlerin Christa Baumgärtel als politische Anspielung an die Perestroika und den Eisernen Vorhang gedacht.

 

Den wohl schönsten Fischmarkt, den wir je gesehen haben, befindet sich im Zentralmarkt. Die Auslagen bestechen mit ihrer Frische und Reichhaltigkeit, sind aber nicht ganz billig. Auch ausserhalb der Hallen befinden sich unzählige Marktstände für Blumen, Früchte, Gemüse und allerlei andere Artikel. 

 

Für Jugendstil-Liebhaber ist diese Stadt ein Muss und man kommt hier voll auf seine Kosten! Nicht umsonst gilt Riga als europäische Hauptstadt des Jugendstils. Besonders schöne Häuser befinden sich an der Alberta- und der Elizabetes Strasse. Hier konnten wir uns kaum satt sehen. Immer wieder entdeckten wir wieder neue, aussergewöhnlich schöne Ornamente.

 

Etwas besonderes ist auch die orthodoxe Christi-Geburt Kathedrale mit ihren goldenen Kuppeln. Das Innere ist reich mit Gold verziert, was der Kirche einen speziellen Charme verleiht.

 

Es gäbe sicherlich noch das eine oder andere interessante Museum in Riga zu besuchen, doch unsere Zeit reichte dazu leider nicht aus.

 

5. Tag – Riga bis Tallinn (309 Km)

Mehrheitlich langgezogene Waldstriche säumten die A1 von Riga nach Tallinn. Nur hin und wieder wurde die Waldszenerie durch Dörfer, Bäche, Seen und Felder unterbrochen. Auch auf dieser Strecke entdeckten wir unzählige Radar-Geräte. Man kann also viel Geld sparen, wenn man sich an die vorgegebene Geschwindigkeitslimite hält.

Wer gerne etwa in der Hälfte der Strecke einen Stop einlegen möchte, kann kurz vor der Grenze zu Estland in Ainazi ein kleines Museum besuchen oder in einem Mini-Outlet einkaufen. Etwas ausserhalb des Ortes befindet sich eine ca. halben Kilometer lange, aus grossen Natursteinen bestehende Mole. Diese ist bequem über einen Holzsteg erreichbar. Der Steg führt durch Schilfgebiet und somit lassen sich auch Vögel gut beobachten.

 

In Pärnu lohnt es sich ebenfalls einen kleinen Stop einzulegen. Einerseits kann man in diversen Einkaufszentren shoppen gehen oder man geht noch einige Strassen weiter und findet dort ein hübsches Quartier mit kleinen Geschäften und netten Restaurants.

 

Im Laufe des Nachmittags erreichten wir Tallinn. Ein kleiner Rundgang in der Altstadt gab uns einen Überblick, was uns am nächsten Tag erwartet.

 

6. Tag – Tallinn (0 Km)

Die Altstadt von Tallinn ist eine der ältesten Europas, welche mit vielen gut erhaltenen Gebäuden aus dem Mittelalter aufwarten kann. Viele verwinkelte Gässchen laden zum schlendern ein. Überall findet man Souvenirläden in denen man estnische Wollsachen, Bernsteinschmuck, Faberger Eier und vieles mehr kaufen kann.

 

Nicht in Lübeck sondern hier in Tallinn habe ich Marzipan in Hülle und Fülle gefunden, denn zwei der estnischen Spezialitäten sind Marzipan und Vana-Tallinn. Letzteres ist ein einheimischer Schnaps. Dieser ist auch als Likör erhältlich, für diejenigen, die es nicht ganz so stark mögen. Ladies, den müsst ihr probieren!

Allerdings sind die Preise in Tallinn unerwartet hoch. Estland kann in dieser Beziehung gut mit der Schweiz mithalten.

Besonders imposant thront die Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren Zwiebeltürmen etwas erhöht über der Stadt. Geht man etwas weiter, kommt man ins Regierungsviertel, von wo man auf zwei Seiten einen wunderschönen Blick über die Dächer bekommt.

 

Museen gibt es hier auch für jeden Geschmack. Aus Zeitgründen haben wir uns für eine Multimedia Show mit Bildern von Klimt, Monet und van Gogh entschieden. Wir finden, die auf einer 360° Leinwand animierte Ausstellung sehr gelungen.

Etwas ausserhalb der Stadtmauern, gleich hinter dem Hauptbahnhof von Tallinn befindet sich der moderne TURG Markt. Nebst den üblichen Gemüse-, Früchte-, Fleisch- und Fischständen beherbergt dieser Markt im oberen Geschoss Antikmärkte, Kleidergeschäfte und vieles mehr. 

 

7. Tag – Tallinn – Helsinki (mit Fähre)

Um nach Helsinki zu gelangen, benutzen wir die Fähre der Tallink Silja. Die Anfahrt zum Check-in ist lang und etwas verwirrend. Wenn man sich aber immer an die gelben Wegweiser hält, findet man das passende Terminal ohne Probleme. 

 

Nach zweistündiger Fährzeit erreichten wir Helsinki. Wer gerne bei Prada, Louis Vuitton usw. einkauft, ist hier genau richtig. Auf kleinem Raum und in Gehdistanz findet man hier viele der grossen Brands, sowie das grösste Warenhaus Finnlands: Stockmann.

 

Besonders sehenswert ist der berühmte, im Jugendstil erbaute Hauptbahnhof. Er wurde 1919 eröffnet und dient das Wahrzeichen der Stadt. Meiner Meinung nach einer der schönsten Bahnhöfe der Welt.

Die orthodoxe Uspenski-Kathedrale (zu Deutsch: Mariä-Entschlafens-Kathedrale) thront majestätisch auf dem Hügel und ist schon von weitem sichtbar.  Jedes Jahr pilgern tausende Gläubige und Touristen zu dem architektonisch bemerkenswerten Bau. Uns blieb leider keine Zeit, uns hier länger zu verweilen.

 

 

Helsinki ist nun der Ausgangspunkt für unsere nächste abenteuerliche Reise durch den Norden Russlands.

 

Fazit

Uns haben der Charme der einzelnen, sehr verschiedenen Städte sehr bezaubert. Je ein ganzer Tag pro Stadt war für einen ersten Eindruck genug, denn wir werden ganz bestimmt irgendwann die baltischen Länder intensiver bereisen.  Wer aber mehr Zeit in den einzelnen Museen verbringen, oder sich auch etwas ausserhalb der touristischen Gegenden bewegen möchte, sollte definitiv mehr Zeit einplanen.

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