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Frankreich von West nach Ost 2017

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Tour-Übersicht

Tour-Dauer: 2.  – 6. September 2017 (4 Tage)

Wegstrecke/Etappenziele (ohne Anfahrt):  Mont-Saint-Michel – Domfront – Carrouges – Sées – Versailles – Noyers –  Dijon

Gefahrene Kilometer (ohne Anfahrt): 549

Frequentierte Camping-/Stellplätze:  Camping Aux Pommiers (Beauvoir, FR) – Huttopia Campings Versailles (Versailles, FR) – Camping Du Lac Kir (Dijon, FR)

Einleitung

Wir hatten nach unserer Tour durch die Normandie noch einige Tage Zeit für unsere Rückkehr in die Schweiz. Diese Zeit wollten wir nutzen, um schon einige Orte anzusteuern, welche schon lange auf unserer Wunschliste stehen. Selbstredend kann man diese Tour auch für die Anreise in die Normandie oder die Bretagne adaptieren – halt nur in umgekehrter Richtung.

1. Tag – Von Beauvoir über Domfront, Carrouges und Sées nach Versailles

Da wir die über 300 Kilometer von unserem Camping in Beauvoir nach Versailles nicht auf der Autobahn abspulen wollten, wählten wir zuerst die D907 bzw. die D908 für die Anreise. Diese Strassen führen über sanfte Hügel und durch verschiedene Nationalpärke vorbei an den Orten Domfront, Carrouges und Sées, wo wir uns jeweils die Zeit für einen kurzen Zwischenhalt nahmen.

Domfront liegt auf einem Hügel und ist bekannt, für seine malerische Burgruine sowie die dem heiligen Julian gewidmete Kirche, welche nach byzantinischem Vorbild ganz im Stil des Art-Deco um 1931 fertig gestellt worden ist. Bei der Planung um 1924 entschied man sich für Stahlbeton als Baumaterial. Leider machten sich schon bald wegen der Korrosion des damals verwendeten Eisen die ersten Risse an den tragenden Teilen bemerkbar. Die Aussensanierung ist zwischenzeitlich abgeschlossen, die Restauration des Inneren soll bald in Angriff genommen werden.

Bei Carrouges fuhren wir das gleichnamige Wasserschloss aus dem 14. Jahrhundert an, welches auch für das Publikum geöffnet ist. Dieses Schloss aus Backstein, Granit und Schiefer blieb bis 1936 über fünfhundert Jahre im Besitz der selben Familie. Sein Mobiliar, die zahlreichen Porträts sowie sein Innendekor blieben ebenso erhalten. Auch sind die Wassergräben sowie im Park die Kunstschmiedearbeiten aus dem 17. Jahrhundert noch vorhanden.

In Zentrum von Sées bestaunten wir die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Hätten wir nicht weiter gemusst,  wären wir noch geblieben, um das jährlich stattfindende nächtliche Lichtspektakel in der Kirche zu bewundern.

2. Tag – Schloss Versailles

Soviel vorab, nehmen Sie sich genügend Zeit, um neben dem Schloss auch den weitläufigen Park, das Trianon und die Domäne von Marie Antoinette zu besichtigen. Es lohnt sich!

Vom Camping zur Busstation sind es zirka 600 Meter den Hügel runter bis zur Avenue de Paris. Mit dem Bus 171 fährt man bis zur Endstation Versailles, welche sich direkt vor dem Schloss befindet.

Beim Tor des Schlosses angekommen, muss man zuerst ein Ticket lösen. Also auf keinen Fall in einer der beiden Schlangen zum Eingang A oder B des Schlosses anstehen, wenn man nicht schon im Besitz (z.B. gelöst über das Internet) eines Tickets ist.  Das Gebäude, in welchem man die Tickets für Schloss, Schlosspark und Trianon kaufen kann, befindet sich LINKS vom goldenen Tor.

 

Auch wenn es vermutlich nur einen kleinen Unterschied ausmacht, was die Anzahl der Schlossbesucher betrifft, empfehlen wir zuerst den Park zu besuchen (weniger Leute). Ab 10 Uhr kann man am Spiegelbecken oder am Neptunbecken (Nr. 15 oder 24 gem. offiziellem Plan der Schlossanlage) noch ohne Besucheransturm die Wasserspiele zu barocker Musik bewundern.

 

Nach einem Croque-Monsieur bzw. Croque-Madame (franz. Variante des Käse-Schinken-Toasts) im Restaurant La Flottille, beim grossen Kanal, machten wir uns auf den Weg zur Grand Trianon, welches jeweils erst ab 12 Uhr geöffnet ist. Weiter ging der Weg zum Petit Trianon und in den englischen Park mit Dorf, welcher von Marie-Antionette ganz im Geist der damaligen Zeit angelegt wurde.

 

Bereits etwas erschöpft vom ausgedehnten Spaziergang durch die Anlagen, machten wir uns am Nachmittag zurück zum Schloss auf. Leider war auch zu dieser Stunde das Interesse unzähliger Touristen an den Räumlichkeiten von Louis XIV ungebrochen. Hinzu kamen noch jede Menge Reisegruppen, welche von ihren Reiseführern genau an den engsten Stellen in die Geschichte dieser Zeit eingewiesen wurden. Was soll’s…

 

Zum Schluss hier noch ein Tipp: Wer Probleme mit langen Fussmärschen hat, kann sich mit einem kleinen Zug durch die Anlage chauffieren lassen, ein Elektrovehikel (Golfcart) oder ein Fahrrad mieten. Zum Beispiel gleich hinter dem Schloss nach dem Zugang zum Park befindet sich eine der Mietstationen für Golfcarts und eine Haltestelle des kleinen Zugs. Weitere Angaben dazu findet man auf der Webseite zum Schloss Versailles oder  im sehr übersichtlich gestalteten Faltplänen, welche bei den Ticketschaltern in verschiedenen Sprachen aufliegen.

 

3. Tag – Weiter durch das nördliche Burgund nach Dijon

Das nördliche Burgund ist eine liebliche Hügellandschaft wo vor allem Ackerbau und Viehzucht betrieben wird. Einzig bei Tennerron stösst man auf die ersten Weinberge der Rebsorte Chablis (Weisswein). Die Grand Crus findet man nach Dijon in Richtung Süden zwischen Marsannay-La-Cote und Nuits-Saint-Georges. Wir werden diese Strecke sicher ein anderes Mal unter die Räder nehmen. Für heute wollten wir uns auf dem Weg nach Dijon von den Wasserkanälen, den Landschaften und mittelalterlichen Städtchen des nördlichen Burgunds bezaubern lassen.

 

Insbesondere das Städtchen Noyers s/Serein hat sich dabei als wahres Juwel mittelalterlicher Stadtarchitekur erwiesen. Die gut erhaltenen Riegelbauten im typischen Stil des frühen Burgunds, die schmalen Gassen und netten Restaurants sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Camper können das Fahrzeug auf dem Parkplatz vor dem südlichen Stadttor in Richtung Dijon bei der Post abstellen. Im Städtchen selbst sind die wenigen Parkplätze zu klein dafür. Da es hier auch keine Parkplätze für Autobusse gibt, bleibt man hier auch von Reisegruppen weitgehend verschont und kann so ohne Gedränge durch die engen Gassen spazieren und das Städtchen auf sich einwirken lassen.

4. Tag – Dijon

Für den Kir Royale (beliebter französischer Apéro) benötigt man neben Sekt auch den Crème de Cassis de Dijon. Der Cassis von L’Heritier-Guyot gilt als der Beste weit und breit. Diesen bekommt man in der hauseigenen Boutique am Place de Notre Dame.

 

Dahin gelangten wir mit dem Bus der Line L3, welcher nahe am Campingplatz hält und uns in wenigen Minuten zum Place Darcy mit seinem Triumphbogen brachte. Mit dem durch den Campingplatz alimentierten Stadtplan folgten wir grösstenteils den darin angegebenen Pfaden durch die Altstadt. Um diese zu erkunden, kann man auch die kleinen Gratis-Busse benutzen. Man steigt einfach an einer mit „..City“ markierten Haltestellen ein, um von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu gelangen.

Nach einem kurzen Abstecher in den Jardin Darcy mit seinem schönen Brunnen, machten wir uns grösstenteils den Markierungen mit der Eule auf dem Boden folgend, auf den Weg zur Kathedrale von St. Benigne. Vorbei an der Kirche St. Philibert ging der Spaziergang durch die Rue Prion.

 

In der Rue Russin findet man noch einige schmucke Riegelhäuser aus dem Mittelalter, welche sich zum Giebel hin teils beängstigend weit nach vorne neigen. Hinter dem Platz De la Libertation befindet sich der frühere Palast der Herzöge von Burgund. Von hier aus sieht man auch die Kirche St. Michael, wo eine Reliquie der Isabel de la Trinidad,  die von den Gläubigen als Heilige verehrt wird.

 

Vorbei am Tourismusbüro machten wir einen nächsten Fotostopp vor der Kirche Notre Dame mit seiner eigentümlichen Fassade. Von hier führte uns die Eule um’s Eck zu den von der Firma Eiffel im Jahre 1868 erbaute Markthalle mit seinen zahlreichen preiswerten Restaurants darum herum.

 

Was natürlich auch nicht fehlen durfte, war ein Einkauf bei der Muoutarderie von Edmond Fallot. Hier kann man den Meistern bei der Herstellung vom berühmten Senf von Dijon zuschauen und diesen sowie seine zahlreiche Variationen auch gleich vor Ort degustieren.

 

Nachdem wir noch kurz die glücksbringende Eule an der seitlichen Fassade von Notre Dame gestreichelt hatten, schlenderten wir erfüllt von Senf, Créme de Cassis (kann man bei L’Heritier-Guyot ebenfalls degustieren) und vielen weiteren Eindrücken dieser Stadt über die Rue de La Liberte zurück zur Bushaltestelle an der Place Darcy.

Fazit

Leider hatten wir wie gesagt nur noch wenige Tage Zeit für die Rückreise und daher auch vieles ausgelassen.  Dazu gehört zum Beispiel das Château De Bussy-Rabutin mit seinen aussergewöhnlichen Wandmalereien unweit von Dijon. Sicher hätten sich auch ein Abstecher nach Fontainebleau bei Paris oder durch das südliche Burgund zu den Weingütern Côte de Nunits der gelohnt, wobei z.B. Dijon ein idealer Ausgangspunkt für die Route des Grands Crus wäre. So wissen wir also schon heute, wo uns eine der nächsten Touren hinführen wird.

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