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Mit dem Campervan durch Dänemark

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Tour-Übersicht

Tour-Dauer: 28. Juli – 17. August  2019 (21Tage)

Wegstrecke/Etappenziele: Tonder – Ribe – Thisted – Hanstholms – Blokhus – Lokken – Hirtshals – Skagen – Mariager – Aarhus – Odder – Horsens – Billund – Roskilde – Kopenhagen

Gefahrene Kilometer: 1234 Km

Frequentierte Camping-/Stellplätze: Ribe Camping (Ribe, DK) – Thisted Camping (Thisted, DK) – Hirsthals Camping (Hirsthals, DK) – Camping Blommehaven (Højbjerg bei Aarhus, DK) – Camping Charlottenlund Fort (Charlottenlund, Charlottenlund bei Kopenhagen, DK)

 

Einleitung

Zu unserer grossen Freude wollte unser Enkel Ewan, er und seine Eltern leben in England, uns auch in diesem Jahr auf unserer Sommertour begleiten. In den letzten beiden Jahren hatten wir mit ihm den Süden Europas und Frankreich bereist. Als Kontrastprogramm wollten wir daher in diesem Jahr mit Ewan für einmal in den Norden.

Da wir nun zu Dritt in einem VW California unterwegs waren, sollte das Wetterklima trotzdem ausgewogen sein. Etwas Meer durfte auch dabei sein, die Wegstrecken zu den einzelnen Reiseetappen sollten sich in Grenzen halten und das zu bereisende Land über kindergerechte Attraktionen verfügen. So kamen wir auf Dänemark!

Nach Ribe sind wir mit Zwischenstopp in Hamburg angereist. Von Kopenhagen, dem Endpunkt unserer Tour, ging es mit der Fähre ab Trelleborg nach Sassnitz wieder zurück in den Süden.

 

1. Tag – Über Tonder nach Ribe

Wäre es 1920 bei der Abstimmung über die nationale Zugehörigkeit Südjütlands einzig nach dem Willen der Einwohner von Tonder gegangen, wären wir heute in Deutschland zu unserer Tour durch Dänemark gestartet. Damit, dass sie damals von der Mehrheit in der Region überstimmt wurden, scheinen sich die Einwohner dieser Stadt mit Barockcharme dank dem profitablen Grenzhandel ganz gut arrangiert zu haben. 

Dass Tonder im 17 Jhd. einen Boom mit Spitzeklöppelei erlebte, erkennt man zum einen an den kleinen Häusern mit ihren charakteristischen Eckern. Hinter deren Fenstern sassen die Heimarbeiterinnen, um so lange wie möglich das Tageslicht für ihre knifflige Arbeit nutzen zu können. Andererseits belegen die barocken Patriziervillen den Wohlstand derjenigen, welche an den Spitzen wirklich verdienten. 

 

Im Klosterbarerens Hus, im vermutlich ältesten Gebäude der Stadt, backten hier im Mittelalter Mönche Brot für das angeschlossene Kloster. Heute ist es ein Café und beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Dahinter befindet sich die Kristkirke mit ihrem 47,5 Meter hohen Turm. Um den Druck der so nahe am Wattenmeer herrschenden Winde auf die Statik etwas zum mindern, wurden über den Turmuhren markante Luftlöcher angebracht. 

 

Verlässt man das Café über den Marktplatz Torvet, gelangt man in die Fussgängerzone Vestergade mit ihren zahlreichen Geschäften. Hier sind auch alle grösseren Bankinstitute des Landes vertreten. Wer noch etwas Bargeld abheben will, kann das an einem der zahlreichen Geldautomaten erledigen. 

Weiter auf der Verstergade steht das Mobelhus 2, das auf dänische Klassiker der Mordende und die von Hans Jorgen Wegner (Tonder ist seine Heimatstadt) designten Stühle spezialisiert ist. Mehr zu Wegner und der Spitzenklöppelei findet man im Museum Sonderjylland Tonder. Sein Wahrzeichen ist der 40 Meter hohe Wasserturm mit rundum verglaster Spitze für eine Panoramasicht auf Stadt und das flache Marschland. 

 

2. Tag – Ribe und die Wikinger

Die Wirren der Reformation im frühen 16. Jhd., ein Stadtbrand um 1580 und die zunehmende Versandung der Ribe A brachten den Handel an diesem Kreuzpunkt zweier Handelswege – zwischen Nord- und Südeuropa sowie von der Nord- zur Ostsee – fast vollständig zum Erliegen und beendeten damit die Blütezeit von Ribe. Als 1634 noch die grosse Flut dazukam, den Wasserstand von damals kann man an der Sturmflutsäule am Skibbroen ablesen, versank Ribe wie von Hans Klüche in seinem Buch über Dänemark so trefflich formuliert, endgültig in einem Dornröschenschlaf. 

Dank diesen und weiteren Ereignissen hatten wir heute das Gefühl, uns durch eine Stadt im späten Mittelalter zu bewegen. Nach dem ersten der drei Stauwehre, welche die hier drei geteilte Ribe A in Schach halten, erfrischten wir uns im Postgaarden. Vorbei an den beiden anderen Wehren ging es links zum alten Kai, dem Skibbroen. Als erstes fiel uns die „Johannne Dan“ auf, ein traditioneller Kahn, mit dem früher die Ribe A und das Wattenmeer befahren wurde. 

 

An der Sturmflutsäule machten wir kehrt und gingen zurück durch die Fiskergade. In diesem malerischen Viertel stehen viele kleine Fischerhäuser, wie sie nach dem Brand von 1580 entstanden sind. Wieder zurück auf dem Overdammen und vorbei am Hotel Dagmar, Dänemarks ältestem Hotel, standen wir vor der Domkirche von Ribe. Die Kirche, einst auf einer drei Meter hohen Warft erbaut, steht heute wegen ihres Gewichts in einer Senke mit bis zu 2.5 Meter Gefälle. 

 

Vom 52 Meter hohen Bürgerturm des Doms genossen wir den Ausblick über die alte Stadt und die Marschen bis zum Wattenmeer. Allerdings möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass dieses Vergnügen mit 248 Stufen und einem Ticket für 20 Kronen erkauft werden musste.

 

Besonders beeindruckt hat uns der Kannikegarden. Das moderne Gebäude wurde auf den Grundmauern des ehemaligen Speisesaals des Klosters erbaut. Dank seinen farblich abgestimmten Schindeln integriert es sich nahezu nahtlos in das historische Umfeld. Gleich visavis kann man die 5 Meter hohe Bronzeskulptur (ein Werk von Hein Heinen) bewundern, welche sich trotz ihrer abstrakt-realistischen Gestaltung ebenfalls perfekt in das Ensemble von Alt und Neu eingliedert. 

 

Unweit der Sankt Catharines Kirke aus dem 15 Jhd. mit ihrem schönen Klosterhof machten wir noch einen Abstecher an die Sonderportsgade 3. Einzig die Inschrift an der Fassade „Hier wohnte Schneider Laurids Spliid, dessen bedauernswerte Frau Maren am 9. November 1641 auf dem Galgenhügel von Ribe wegen Hexerei verbrannt wurde“ erinnert an ein düsteres Kapitel von Ribe. Das Haus ist heute in privater Hand und daher leider nicht zugänglich. 

 

Den Nachmittag verbrachten wir im etwa fünf Kilometer entfernten und gut mit dem Fahrrad erreichbaren Ribe VikingeCenter. Die nachgestellte Siedlung gab uns einen Eindruck, wie Ribes Einwohner seit der Gründung vor 1300 Jahren bis ins Jahr 980 lebten und arbeiteten. 

 

Ausser den fest angestellten Mitarbeitern beschäftigt das Ribe VikingCenter jede Saison an die 1000 freiwillige Wikinger, die aus aller Welt anreisen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Wir konnten die Komparsen beim Kriegertraining und einer Schlacht beobachten. Bekamen Gelegenheit, uns selber am Langbogen zu messen oder beim Schnitzten unser handwerkliches Geschick unter Beweis zu stellen.  

 

Viele der Wikingerhäuser, wie das von der Künstlerin Trine Theut mit schönen Fresken dekorierte Langhaus, werden in den Sommermonaten von einigen der „Wikinger“ bewohnt. Wenn mal keine Besucher zugegen sind, vertreiben sie sich die Zeit mit Gartenarbeit, Viehzucht, authentischem Handwerk oder Brettspielen.

 

3. Tag – Nationalpark Wattenmeer

Beim Camping bogen wir mit unseren Fahrrädern links auf die Panorama-Route ab und folgten den Wegweisern durch das Marschland bis zur Kamerschluse (Kammerschleuse) an der Ribe A für einen ersten Halt. 

 

Entlang dem Ribe Dige (Damm) auf der Nationalen Veloroute 1 radelten wir weitere sechs Kilometer bis zum Mando Ebbeveje. Hier kann die Meerenge zur Insel Mando bei Ebbe durchlaufen oder befahren werden. Vorher sollte man sich aber unbedingt über die Gezeiten erkundigen. Wem das zu riskant ist, der kann sich von einem der beiden Traktorbusse auf die Insel fahren lassen. In den Sommermonaten verkehren sie mehrmals täglich zwischen Festland und der 11 Kilometer entfernten Insel. 

 

Nach einem Spaziergang entlang dem Ufer wollten wir mehr über das UNESCO-Weltkulturerbe erfahren. In der ästhetisch gemachten Ausstellung im Vadehavescentret (Wattenmeerzentrum) bei Veder Vested lernten wir vieles über die Wichtigkeit des Wattenmeers für die 15 Millionen Zugvögel. Auf dem Weg zu ihren Sommer- oder Winterquartieren, machen sie hier zweimal im Jahr Rast, weil die Küste dank den Gezeiten ausreichend Nahrung für den Weiterflug bietet. Das Vadehavescentret ist ein Museum zum Anfassen und daher auch für Kinder bestens geeignet. 

 

4. Tag – Von Ribe entlang dem Holmsland Kilt nach Thisted

Auf der Höhe des Museums direkt am Ufer der Hafenstrasse von Esbjerg, steht das wohl populärste Kunstwerk entlang der Nordseeküste. Die Skulpturengruppe Mennesket vid Havet (der Mensch am Meer von Svend Wiig Hansen). Ihrem Blick folgend sahen wir gemeinsam auf den Gradyb, der Fahrrinne zwischen Hafen und dem offenen Meer nördlich von Fano, welche den Wohlstand von Esbjerg mitbegründet hat. 

 

Vorbei an Varde und Norre Nobel steuerten wir auf der Strasse 181 über den Holmsland Kilt unsere Fähre über den  Limfjord bei Thyboron an. Wie es scheint, stehen nirgendwo so viele Ferienhäuser, wie in diesem Küstenabschnitt. Die Strasse über den Kilt wird stellenweise von bis zu 30 Meter hohen Dünen flankiert. Am besten lässt sich der Aufbau der Dünenkette beim Leuchtturm Norre Lyngvig Fyr erkennen: ein breiter Strand im Westen bis an die weissen Dünen, gefolgt von den mit anspruchslosen Pflanzen überzogenen grauen Dünen.

 

Auf der gut 70 km langen und abwechslungsreichen Strecke zwischen Ringobing Fjord und Limfjord verliessen wir bei Ferring erneut die 181, weil sich hier eine der eindrucksvollsten Küstenpartien im mittleren Abschnitt der Nordseeküste befindet. Die knapp über 40 Meter hohe Klippe wurde durch das Abtauen des Eispanzers nach der letzten Eiszeit gebildet. 

Ferring selbst besteht aus wenigen Häusern und einer Kirche. Vom grossen Parkplatz aus gelangt man auf einer Treppe an den Strand, welcher den Blick auf die moränenartige Struktur der Klippe freigibt. Ein schöner Rad- und Wanderweg führt von der Kirche zum Leuchtturm Bovjerg Fyr, der zwecks besserer Unterscheidung zu den anderen Leuchttürmen in der Region in einem ungewohnten Bordeauxrot gehalten ist.

 

Für die Fähre von Thyboron nach Ager sollte man in der Hochsaison etwas Geduld mitbringen. Sie setzt im Stundentakt über den Limfjord. Da sie sehr klein ist und wenn noch LKWs in der Schlange stehen, ist sie rasch voll. Eine Reservation ist nicht möglich. Bezahlt wird auf der Fähre. 

Einmal die Überfahrt geschafft und da es schon Abend war, zog es uns vorbei an Bedsted und Koldby auf kürzestem Weg nach Thisted zu unserm Camping für die kommenden Tage. Eine tolle Alternative zu dieser Strecke bietet die Margeritenroute, welche u.a. ab Agger rund 50 Km entlang der Küste durch den Thy Nationalpark bis nach Hanstholm führt. 

 

5. Tag – Ausflug nach Hanstholm

In Hanstholm befindet ich einer der wichtigsten Fischerhäfen Europas, allerdings bar jeder Fischerdorfidylle. Zu den eigentlichen Attraktionen von Hanstholm gehören eine Festungsanlage aus dem zweiten Weltkrieg und das Hanstholm Fyr. 

Die zur Sicherung der Skagerrak-Passage 1941 fertiggestellte Festung bestand aus vier 38-Zentimeterkanonen, die bis zu 800 Kg schwere Granaten mit einer Reichweite von bis zu 55 Km abfeuern konnten. Um die Mordskanonen zu sichern, wurden 350 weitere Waffensysteme in und um die Anlage installiert. Im grossen Museumsbunker konnten wir das Leben der Soldaten von damals nachvollziehen. Die Kanonen selbst erlebten nur einige Übungen, glücklicherweise nie aber einen Gefechtseinsatz.

 

Der Leuchtturm Hanstholm Fyr enstand 1842 nach mehreren Havarien englischer Schiffe als einer der ersten Leuchttürme an der Dänischen Küste. Dank seiner Lage auf einem Plateau strahlte das Leuchtfeuer bis zu 50 Km weit. Vom oberen Deck hatten wir trotz durchzogenem Wetter einen guten Rundumblick auf den nördlichen Teil des Thy Nationalparks. In den kürzlich renovierten Nebengebäuden wohnen und arbeiten heute Künstler und zeigen hier ihre Werke. 

 

6. Tag – Ruhetag in Thisted

Unser Enkel Ewan, der uns auf dieser Reise durch Dänemark begleitete, musste nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage endlich einmal zur Ruhe kommen – oder waren es seine Grosseltern, welche einfach eine Pause brauchten? Unser Camping mit seinem Spielplatz, seinem Pool und einer freien Sicht auf den Limfjord hatte das Bedürfnis nach einer kleinen Auszeit für beide Seiten bestens unterstützt. 

 

7. Tag – Thisted an einem Samstag im Sommer

Von Anfang Juni bis Ende August wird jeden Samstagvormittag auf den Plätzen der Stadt Livemusik und Unterhaltung geboten. Das wollten und konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, zumal unsere „Batterien“ nach einem Ruhetag wieder aufgeladen waren.

Thisted ist mit 13000 Einwohnern die grösste Stadt der Region Thys und ein wichtiger Shopping-Ort. Unsere Fahrräder stellten wir beim Hafen eingangs der Fussgängerzone zwischen Storegade und Vestergade ab. 

Vorbei an den vielen Geschäften und charmanten Cafés erreichten wir bald den Marktplatz „Store Torv“, auf dem jeden Freitag und Samstag die Bauern aus der Umgebung ihre Erzeugnisse verkaufen. Hier befindet sich auch das Rathaus „Det Gamle Radhus“, ein roter Bachsteinbau mit schmucker Neo-Renaissancefassade aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 

 

Ebenfalls im Rathaus residiert das i-Büro. Wer zum Beispiel an einer Führung durch das Brauhaus Thisted Bryghus, einer der wenigen unabhängigen Brauereien in Dänemark, interessiert ist, kann bzw. muss diese im i-Büro buchen. 

 

8. Tag – Der Skulpturenpark von Blockhus und der Strand von Lokken

Auf unserer Reise in den Norden zu unserem Camping bei Hirtshals fuhren wir zuerst entlang dem Limfjord und später über Land auf der Margeritenroute in Richtung Blockhus an der Nordseeküste. Bevor wir in den sehr touristischen Ort gelangten passierten wir noch Huns. Es war Sonntag und hier fand gerade einer der grössten Flohmärkte in der Region statt. Leider warteten dort kein Schnäppchen auf uns. Spass hat es trotzdem gemacht. 

 

Zwischen Huns und Blockhus befindet sich der Skulpturenparken Blockhus. Mit offenen Mündern bestaunten wir die meterhohen, alljährlich von anderen Künstlern sehr filigran ausgeführten Sandskulpturen. Vermutlich wollte man der Vergänglichkeit etwas entgegensetzen und hat den schön angelegten Park daher mit zahlreichen anderen Kunstwerken aus Holz, Eisen oder Granit dekoriert.  

 

Im quirligen Lokken darf man mit Wohnmobil sogar an den Strand fahren. Der Sand ist hier an vielen Stellen so fest, dass sogar Fahrräder nicht einsinken. Besonders charmant fanden wir die „weisse Stadt“ am Strand. Entlang den Dünen stehen in den Sommermonaten lange Reihen weiss gestrichener Strandhäuser, welche allerdings nicht für Übernachtungen genutzt werden dürfen. 

 

9. Tag – Skagen und die Wanderdüne Rebjerg Mile

Von unserer „Basis“ bei Hirtshals zu Dänemarks nördlichster Stadt dauerte die gut 50 Km lange Fahrt knapp eine Stunde. Bevor wir zur Besichtigung des schicken Treffpunktes der Schönen und der Reichen ansetzten, wollten wir noch unsere Füsse in zwei Meeren baden. 

In Grenen auf der Halbinsel Skagen, dem geografisch nördlichsten Punkt Mitteleuropas, treffen die Nord- und die Ostsee aufeinander. Unser Fahrzeug parkierten wir auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz beim Grenen Kunstmuseum. Auf unserer 3 Km langen Strandwanderung nach „Land’s End“ passierten wir zuerst einige Bunker aus dem letzten Weltkrieg. Zwar verschandeln diese den Küstenabschnitt, wer sich jedoch die Mühe macht, sie zu besteigen, erhält im Gegenzug einen besseren Überblick über die Szenerie auf der sichelförmigen Landzunge. Noch ein Tipp für diejenigen, die nicht so gut zu Fuss sind: ab dem Informationscenter in Grenen fahren Strandtraktore mit Anhängern die Besucher direkt zur Spitze und wieder zurück. 

 

Kurz vor Grenen befindet sich Skagen, die nördlichste Stadt Dänemarks. Skagen ist so etwas wie ein dänisches Sylt, oder wie bereits erwähnt ein Treff der Schönen und Reichen. Ersteres trifft wohl auch für uns zu. So machten wir uns nach einem Polse, dem dänischen Pendant für Hotdogs, auf zu einer kurzen Erkundung des Städtchens.

 

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Skager Klitplantage, einem Kiefernwald, standen wir vor dem alten Turm der versandeten Kirche am südlichen Ende von Skagen. Die einstmal grösste Kirche im Umkreis wurde im 18. Jhd. Opfer einer Wanderdüne. Nachdem sich die Kirchgänger jahrzehntelang den Weg zur Kirche freigeschaufelt haben, gaben sie am Ende das Bauwerk auf. Nur den Turm liess man als Seezeichen stehen. 

 

Auch der Rückweg nach Hirtshals hielt noch ein weiteres Naturschauspiel für uns bereit. In Huslig verliessen wir erneut die Strasse 40 in Richtung Kandestederne. Hier schiebt sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 m jährlich eine gewaltige Wanderdüne, die Rabjerg Mile, von der Nordsee in Richtiung Ostsee. Jedes Leben unter sich erstickend, hat sie schon bald den halben Weg über die Halbinsel Skagen geschafft. 

 

10. Tag – Hirtshals

In der noch recht jungen Stadt Hirtshals geht es weit gemütlicher zu, als in den meisten anderen grösseren Küstenorten von Nordjütland. Mal abgesehen vom 1. Do-Sa im August, wenn hier das alljährliche Hirtshals Fiskfestival stattfindet. Den meisten Reisenden dürfte der Ort wegen seinen Fährverbindungen nach den Färöern, Island und Norwergen oder wegen seinem Nordsee-Oceanarium bekannt sein.

Von unserem Camping erreichten wir in wenige Gehminuten den Gronne-Platz in der Fussgängerzone. Von hier gelangten wir über die monumentale, einen Wellenschlag symoblisierenden Freitreppe, hinunter zum Fischereihafen. 

 

Nach einem Fischbrötchen im populären Hirtshals Fiskehus führte uns der Erkundungsweg wieder vorbei am Camping zum alles überragenden Leuchtturm. Für 20 Kronen und nach 144 Stufen genossen wir einen Wahnsinnsblick auf das Meer, die Stadt und den Hafen. Wer das Bunkermuseum in Hanstholm verpasst haben sollte, kann hier die Geschichtsstunde in der frei zugänglichen Bunkeranlage der 10. Batterie nachholen. 

 

11. Tag – Oceanarium Nordsoen in Hirtshals

Die wichtigste Attraktion von Hirtshals konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Im grössten Aquarium Nordeuropas, wollten wir mehr über das Leben in der Nordsee erfahren. Hinter einer 12 m grossen und über 40 cm dicken Scheibe konnten wir Dorsche, ganze Heringsschwärme und Haie auf ihren Bahnen beobachten. 

Durch das Glasdach im Tunnel des Aquariums konnten wir ein wenig mit den über uns schwimmenden Meeresbewohnern kommunizieren. Den Robben bei der Fütterung (um 11 und 15 Uhr) zusehen zu dürfen und anschliessend Fische auch selber füttern zu dürfen, hat unseren Enkel ganz besonders beeindruckt.

 

Die absoluten Stars im grossen Aquariumtank waren jedoch die urtümlichen, teils zentnerschweren Mondfische. Dabei handelt es sich eher um eine Art schwimmenden Kopf mit zwei kleinen Brustflossen. Eigentlich sind sie hier oben in der Nordsee eher selten anzutreffen. Bei Wassertemperaturen über 16 Grad kann es aber gelegentlich vorkommen, dass einer im Netz eines Fischers landet. 

 

12. Tag  – Am Strand von Hirtshals

Es hatte in der Nacht zuvor ziemlich heftig geregnet und zudem etwas gestürmt. Auch wenn der Herbst mit seinen orkanartigen Stürmen an der Nordsee eigentlich die bessere Jahreszeit für die Bernsteinsuche ist, hofften wir doch, auf unserem langen Strandspaziergang mit etwas Glück den einen oder anderen Stein zu finden. 

 

Und tatsächlich fanden wir einige bräunlich-durchsichtige Steine am Strand. Nach unserer Rückkehr, einigen Recherchen und den entsprechenden Tests mussten wir leider einsehen, dass unsere Funde im besten Fall als Quarze durchgehen würden. 

13. Tag – Nach Aarhus

Unser heutiges Ziel hiess Aarhus. Auf der E45 wäre die Strecke bei gemütlichem Tempo in zwei bis drei Stunden zu schaffen gewesen. Da uns für Aarhus und seine Sehenswürdigkeiten in den kommenden Tagen noch genügend Zeit bleiben würde, entschieden wir uns, die E45 zu Gunsten der Margeritenroute zu verlassen. 

Sie führte uns über Hadsund entlang dem landschaftlich schönen Südufer nach Marjager am gleichnamigen Fjord. Trotz Hochsaison gab es hier genügend freie Parkplätze. Wie es scheint, ist der romantische Ort bei vielen Campern noch nicht auf dem Radar. Das ermöglichte es uns, diese märchenhafte Rosenstadt mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen und Fachwerkhäusern in aller Ruhe zu erkunden. 

 

Zu den weiteren Attraktionen von Marjager gehören eine Nostalgiebahn sowie das Marjager Saltcenter. In letzterem dreht sich alles ums Salz, welches nicht, wie wir fälschlicherweise annahmen, aus dem Meer, sondern aus einem bis zu 4 km tiefen Stollen in der Umgebung gewonnen wird. Wir durften beim Sieden selbst Hand anlegen und das weisse Gold nach getaner Arbeit auch verkosten. 

 

Im Mittelalter war sauberes Salz so wertvoll, dass man für zwei Körbe ein Haus kaufen konnte. Wir haben auch erfahren, dass sich Salär (Gehalt) aus dem Wort Salz ableitet. Hätten wir unsere Badehosen dabei gehabt, wären wir sicher auch noch in den warmen Salzpool gestiegen. Es soll sich darin anfühlen wie im Toten Meer.

 

14. Tag – Aarhus

Gestern, als wir auf der Anfahrt zu unserm Camping quer durch Aarhus fuhren, hat uns die zweitgrösste Stadt Dänemarks nicht wirklich beeindruckt. Vielleicht lag’s an den vielen Ampeln, welche wir dabei passieren mussten. Auf jeden Fall hat uns heute die Besichtigung der europäischen Kulturhauptstadt 2017 ein völlig neues und um einiges besseres Bild vermittelt. 

Nach der 6 km langen Anfahrt mit dem Fahrrad entlang der Bucht von Aarhus erreichten wir als erstes das DOKK1 am Hafen. Über eine grosse Freitreppe gelangten wir zur Galerie mit Blick auf Hafen und Aarhus Ost bis hin zur supermodernen Siedlung Isbjerget am nördlichen Ende des Hafens. Das DOKK1 ist eine Bibliothek und weit mehr als das! Es ist auch ein  Kultur-, Medien- und Begegnungscenter für die Einwohner von Aarhus. Neben den Outdoor-Spielflächen auf der Galerie findet man hier Kreativräume und Spielkonsolen für Kinder jeden Alters. Die zahlreichen Familien schienen die Zeit in dieser „Bibliothek“ wirklich zu geniessen. Auch unser Enkel hätte am liebsten den ganzen Tag hier verbracht.

 

Wenige Schritte entfernt von der Hafenfront entlang dem in den 1990er-Jahren freigelegten Aahus Kanal standen wir auf dem Platz vor der gotischen Domkirche. Sie gilt als Dänemarks höchster und längster Kirchenbau. Zu unser Rechten konnten wir auch noch die dekorative Fassade des um 1900 erbauten Stadttheaters bewundern. 

 

Nördlich von Dom und Frauenmuseum gelangten wir in das verwinkelte Latinerkvarter. Mit seinen zahlreichen Cafés, Kneipen und Boutiquen wirkt dieser Stadtteil aus dem Mittelalter wie ein Magnet für Einheimische und Touristen. 

 

In der Frauenkirche aus dem 13 Jhd. lauschten wir den Klängen eines Violoncello und bewunderten dabei den Claus Berg gestalteten figurenreichen Flügelaltar mit seiner etwas bizarr anmutenden Kreuzigung im zentralen Feld. Noch erfüllt von der Musik führte uns die Frederiksgade hinauf zum Aarhus‘ Hügel. Hier befinden sich das Musikhuset, das im skandinavischen Funktionalismus erbaute Rathaus mit seinem 60 Meter hohen Turm sowie das ARoS Kunstmuseum. 

 

Dass sich das ARoS auch vor kontroversen Themen nicht scheut, belegte die aktuelle Sonderausstellung zum Thema Pronographie. Durch die lichtdurchflutete Schlucht und die geschwungene Treppe, welche an das Guggenheim-Museum in New York erinnert, machten wir uns gleich auf in den 10 Stock zum Regenbogenpanorma. Dabei handelt es sich um einen 2010 auf dem Dach aufgesetzten Rundgang mit über 50 m Durchmesser in den Farben des Regenbogens. 

 

Neben seinen Sonderausstellungen zu besonderen Themen sind auf neun Etagen alle Epochen dänischer Kunst vertreten. Ein besonderer Hingucker ist der 5 m hohe, realistische „Boy“ des Australiers Ron Muecks. Je nach Winkel, in dem man die Figur betrachtet, ändert sich der Ausdruck des Knaben von Verwunderung, Angst bis Wut.  

 

15. Tag – Das Moesgaard Museum MOMU

Der beschauliche Radweg ab dem Camping in südlicher Richtung führte uns zuerst durch einen dichten Wald. Nachdem wir die letzte Erhöhung überwunden hatten, stieg neben der von Wäldern umrahmten Wiese beim Gut Moesgaard der architektonisch extravagante Bau des MOMU auf. 

 

Die Wiese geht praktisch nahtlos in das begrünte und bis zur Spitze begehbare Dach über. Von dort hatten wir einen freien Blick auf Umland und Meer bis zur Insel Samso. Das Museum ist der Vor- und Frühgeschichte Dänemarks gewidmet, welche dank modernster Museumstechnik auch für Kinder wie unseren 12 jährigen Enkel sehr fesselnd war. 

 

Die ethnografische Abteilung gab u.a. Auskunft über den Umgang mit der Vergänglichkeit in verschiedenen Kulturen. Besonders in den südamerikanischen Ländern hat man ein gänzlich unverkrampftes Verhältnis zum Tod. Und natürlich durften wir uns der Aufforderung zum Tanz mit einem, wenn auch nur virtuellen Skelett, nicht entziehen. 

 

So waren wir auch wenig überrascht, als wir auf unserem Rundgang durch das Museum Bekanntschaft mit dem Grauballemanden, einem Mann aus Grauballe machten. Er bekam um 300 v. Chr. einen heftigen Schlag in den Unterschenkel. Anschliessend wurde ihm noch die Kehle durchgeschnitten. Vermutlich war er das Opfer einer rituellen Handlung. Seinen unbekleideten Leichnam fand man 1956 beim Torfstechen in einem Moor. Er war in so gutem Zustand, dass an ihm erstmals eine Ganzkörperkonservierung erfolgreich durchgeführt werden konnte.

 

Als Kontrastprogramm besuchten wir gegen Abend noch das Wildgehege im Wald von Marselisborg. Ganz besonders anhänglich wurden die handzahmen Rehe, als sie bemerkten, dass wir einen Beutel mit Karotten dabei hatten. Zum Dank für die Leckerbissen wurden wir anschliessend von ihnen intensiv geknuddelt. 

 

16. Tag – Den Gamle By 

Heute tauchten wir in pure Nostalgie ein. Den Gamle By (die Alte Stadt) in Aarhus ist ein wirklich romantisches Freilichtmuseum zur Stadtkultur im späten Mittelalter bis heute. Über 80 Gebäude, darunter Wohnhäuser, Werkstätten inklusive einer Sargtischlerei oder ein Autohaus aus den 1920er Jahren können hier besichtigt werden. 

 

Am meisten beeindruckt hat uns das Borgemestergarden. Ein Kaufmannshof der Renaissance, das einmal im Zentrum von Aarhus stand. Eine freundliche Mitarbeiterin des Museums erklärte uns an Hand der ausgestellten Einrichtungsgegenstände die bürgerliche Wohnkultur vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. 

 

Im „modernen“ Viertel kamen Erinnerungen an unsere eigene Sturm- und Drangzeit auf. Entlang der Strasse fanden wir einen Radio- und Fernsehladen, welcher noch die von uns damals so heiss geliebten Vinylplatten und Musikkasetten im Angebot hat. In einen der gleichen Art von Tante-Emma-Laden schickte man uns damals ein zweites Mal hin, weil wir die Butter vergessen hatten. Zu besonderen Anlässen durften wir ebenfalls mit in die Konditorei mit Caféstube. Wie damals werden auch hier Kaffee, Kuchen und Gebäck ganz im Stil der 1970er Jahre serviert. 

Im Innern einiger Häuser sahen wir, etwas unterstützt von Digitaltechnik, typische Wohnungseinrichtungen, wie sie in unserer Teenagerzeit üblich waren. So besuchten wir die Räumlichkeiten einer kleinbügerlichen Familie, einer WG oder die von der altledigen Schuldirektorin Fräulein Sneum. 

 

17. Tag – Über Odder und Horsens nach Billund

Nach drei ganzen Tagen in der Stadt Aarhus waren wir Reif für ein Kontrastprogramm. Nicht weit von Aarhus in Odder befindet sich Dänemarks grösster Oekogarten,  Den Ökologiske Have.  

Auf 12 ha wurde hier schon vor 27 Jahren ein Garten ganz nach ökologischen Prinzipien angelegt. Eingebettet in einer schönen Landschaft und mit viel Liebe zum Detail sind auf dem Gelände über zweitausend verschiedene Pflanzen in einer grossen Artenvielfalt angepflanzt.

 

Horsens soll angeblich über die breiteste Einkaufstrasse von ganz Dänemark verfügen. Aber nach Aarhus hatten wir einfach keine Lust auf ein weiteres Shopping-Erlebnis. Stattdessen steuerten wir direkt das Industriemuseum im Osten der Stadt an. Das im ehemaligen Elektrizitätswerk und den Gebäuden darum herum von einem Verein geführte Museum bietet einen guten Überblick über die Arbeiter-, Handwerker- und Industriekultur in Dänemark zur Zeit der Industrialisierung. Auch das Kontor einer Bank von damals ist originalgetreu nachgestellt. 

 

Das private Leben der Arbeiter in verschiedenen Epochen von 1880 bis zum Ende des 20 Jhd. wurden in einem halben Duzend Wohnungen und einer kleinen Einkaufstrasse inklusive Frisörgeschäft realistisch nachgebildet. 

 

Erinnerungen an unsere Reise durch den Norden Russlands wurden wieder wach, als wir erfahren haben, dass Vitus Bering aus Horsens stammt. Er hat im Sommer 1741 im Auftrag des Zaren über die heutige Beringstrasse einen zweiten Weg nach Alaska gefunden.

 

18. Tag – Legoland in Billund 

Wenn man mit Kindern durch Dänemark reist, so wie wir es mit unserem Enkel taten, dann gehört der Legoland Park selbstverständlich zum Pflichtprogramm. Der 1968 eröffnete Park für die Zielgruppe der 2- bis 14-jährigen bildet u.a. neben Cape Canaveral, den fünf höchsten Gebäuden der Welt auch ganze Strassenzüge dänischer Städte mit Legobausteinen nach. 

 

Wir tauchten in diesem Freizeitpark in die Unterwasserwelt von Atlantis by Sea Life ein, liessen uns im 4-D Kino nass spritzen und machten Bekanntschaft mit den Geistern verstorbener Lego-Figuren. Wir gönnten uns einen Burger in der Westernstadt LOGOREDO und hatten neben vielen anderen Erlebnissen ungeheuren Spass an der Schwerelosigkeit auf den Bahnen oder bei der Wasserschlacht gegen vermeintliche Piraten.

 

Der krönende Abschluss des Tages bildete für unseren Enkel der obligate Besuch im Lego-Shop auf dem Gelände. Nach einer guten Stunde in diesem Supermarkt der Legophantasien und um ein Bauset in der Grösse von vier Pizzaschachteln reicher, machten wir uns glücklich aber erschöpft zurück auf den Weg zu unserer Unterkunft. 

 

19. Tag – Über den grossen Belt und Roskilde nach Kopenhagen

Natürlich hätten wir auch eine der Hochgeschwindigkeits-Katamaranfähren der Reederei Molslinjen zur Überquerung der Meerenge zwischen Fünen und Seeland nehmen können. Doch wo sonst in Europa, vielleicht mit Ausnahme der Vasco-Da-Gama-Brücke in Portugal, bietet sich die Gelegenheit, einen 18 km langen Seeweg – nur unterbrochen von der kleinen Leuchtruminsel Sprogo mitten im Grossen Belt – auf einem von Menschen geschaffenen Bauwerk in bis zu 65 m Höhe bei orkanartigem Seitenwind zu überqueren. Die beiden Pylonen der Hängebrücke sind mit über 254 m höher als jede Erhebung (auf dänisch „Berg“) in ganz Dänemark.

 

Das 30 km von Kopenhagen am Roskildefjord gelegene Roskilde mit seiner hübschen Altstadt lag am Weg zu unserem Camping in Charlottenlund. Die nach der Sagengestalt König Roar benannte Stadt, daher der Name (Roars Kilde = Roars Quelle), spielte einst eine wichtige Rolle in der Geschichte Dänemarks. 

 

Der im gotischen Stil erbaute und mit seinen spitzen Türmen schon von weitem sichtbare Dom der einstigen Königsstadt ist seit 1995 UNESCO Weltkulturerbe. Neben den zahlreichen Grabstädten und Mausoleen von rund drei Dutzend Mitgliedern der dänischen Königsfamile beeindruckte uns der kostbare Flügelaltar und das kunstvoll geschnitzte Chorgestühl aus dem 15 Jhd.  

 

20. Tag – Kopenhagen

Neben tausenden anderen Touristen, davon viele in Kreuzfahrtschiffen angereist, schlenderten wir durch die Altstadt vorbei an Gebäuden mit Fassaden gehalten im massvollen Barock und Jugendstil in Richtung Amalienborg, um die Wachablösung der königlichen Garde um Punkt 12 Uhr mitzuverfolgen.

 

Am Nyhavn (Neuer Hafen), 1673 als Stichkanal bis zum Kongens Nytorv Platz angelegt und einst ein mieses Spelunken- und Hurenviertel, herrschte schon am frühen Nachmittag ein fröhliches Gedränge, wie auf der Rialtobrücke in Venedig. 

 

Nach einem Kaffee im Norden am Stroget (dänisch für Strich) fädelten wir uns wieder ein in den bei seiner Eröffnung 1962 längsten Einkaufsstrich in Richtung Rathausplatz, Tivoli und weiter zur Bushaltestelle beim Hauptbahnhof. Von hier gelangten wir mit der Linie 1A, ohne umsteigen zu müssen, auf direktem Weg zu unserem Camping.

 

Zu einer wahren Liebe für Kopenhagen haben wir nach einem Tag in dieser Stadt nicht gefunden. Vielleicht lag es am durchzogenen Wetter oder einfach nur daran, dass wir nach drei intensiven Wochen einfach etwas erschöpft waren. Hier deshalb unsere Empfehlung: ein Tag reicht höchstens für einen kurzen Flirt mit Kopenhagen. Die Stadt besteht rund um die Altstadt aus mehreren Quartieren wie Osterbro, Norrebro, Frederiksberg, Vesterbro sowie einem grossen, von zahlreichen Kanälen durchzogenen Hafenquartier. Jedes der genannten Quartiere soll viel zu bieten haben und abhängig von persönlichen Präferenzen und Interessen eine ausgiebige Erkundung lohnen.

 

Fazit

Wer den „wahren“ Norden sucht, wird in Dänemark nicht fündig. Endlose Gebiete mit unberührter Natur wie in anderen skandinavischen Ländern sucht man hier vergebens. Zu dicht besiedelt ist das Land. Hingegen kann Dänemark mit seinen Küsten und unendlich lang scheinenden Stränden entlang der Nord- und Ostsee auftrumpfen.

Dänemarks überschaubare Städte verfügen oft über ein vielseitiges Kulturangebot. Neben Kopenhagen sind das allen voran Aarhus, das 2017 als Europas Kulturhauptstadt Furore machte. Aber auch in der Provinz stösst man immer wieder auf zahlreiche Attraktionen teils von internationalem Niveau und dabei kommen auch die Kinder nicht zu kurz.

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