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Sommertour 2018

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Tour-Übersicht

Tour-Dauer: 28. Juli – 25. August 2018 (29 Tage)

Wegstrecke/Etappenziele (ohne Anfahrt):  Klosterneuburg – Wien – Fertőd – Sümeg – Rakovica – Plitvicer Seen – Baska – Cavallino-Treporti – Venedig

Gefahrene Wegstrecke (ohne Anfahrt): 1’112 km

Frequentierte Camping-/Stellplätze: Donaupark Camping (Klosterneuburg, A) – Balantourist Camping Napfény (Révfülöp, HU) – Kamp Korana (Rakovica, HR) – Zablace Camping Resort (Baska-Krk, HR) – Dei Fiori Camping Villago (Cavallino-Treporti, IT)

Einleitung

Auch auf dieser Sommertour wurden wir wie schon im Sommer 2017 von unserem Enkel Ewan (11 Jahre alt) begleitet. Bei unseren Touren durch den Osten von Frankreich und der Normandie  haben wir festgestellt, dass Ewan durch die zahlreichen Zwischenstationen und Besichtigungen etwas überfordert war. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr für wenige Stationen mit längeren Aufenthalten vor allem am Wasser entschieden.

 

1. Tag – Stadtbesichtigung von Wien

Da die Bewertungen der Stand- und Campingplätze in Wien sehr durchmischt sind, entschieden wir uns, für die Tage in dieser Ecke von Österreich den Campingplatz in Klosterneuburg vor den Toren Wiens zu belegen. Mit der S40, Bahnhof 100 Meter vom Camping entfernt, erreicht man innert weniger Minuten Heiligenstadt, von dort führt die U4 direkt ins Zentrum der Stadt.

Da Samstag war, fuhren wir also mit der U4 bis Kettenbrücke, um dort den wöchentlichen Flohmarkt zu besuchen. Gleich daran anschliessend befindet sich der berühmte Naschmarkt, wo von laut schreienden Verkäufern Leckereien aus der ganzen Welt feil geboten werden. 

 

Beim Karlsplatz bestiegen wir die U1 zum Stephansdom, einer der markantesten gotischen Kirchen von Europa. Vorbei an den Fiakern (Pferdekutschen für kleine Touren durch die Altstadt) stachen wir in die Wollzeile zum Haus Nummer 5, wo sich die Weinstube von Figelmüller befindet. Hier werden die grössten Schnitzel der Stadt serviert. 

 

Nach einem Gelatti bei Zanoni ging es weiter mit der U1 zum Prater. Der schon leicht angestaubte Vergnügungspark zog unseren Enkel sofort in seinen Bann. Trotz hochsommerlichen Temperaturen wollten etliche der Attraktionen einem persönlichen Test unterzogen werden.

 

2. Tag – Mit dem Fahrrad entlang des Donau-Radwegs

Entlang dem Klosterneuburger-Durchstich, welcher gleich beim Camping beginnt, pedalten wir immer den Wegweisern folgend bis zur Donau-Schleuse Greifenstein. Gerne hätten wir auch die Burg Greifenstein besucht. Leider ist sie seit einiger Zeit für das Publikum geschlossen. So entschieden wir uns vor der Rückfahrt für eine längere Rast am idyllischen Silbersee, einen Seitenarm der Donau bei Altenberg. 

 

3. Tag – Strandbad Klosterneuburg 

Das seit 1913 bestehende städtische Strandbad bei Klosterneuburg beherbergt auf einem zirka 28 Hektar grossen Areal neben den klassischen Schwimmbecken mit grosser Rutsche und einem Wirlpool auch einen naturbelassenen Donau-Altarm, welcher den Badenden ebenfalls zur Verfügung steht. 

Den kleinen und grossen Hunger kann man im zum Bade gehörenden Restaurant stillen oder man kauft sich etwas zu futtern im kleinen Markt unweit des Kassenhäuschens. Für’s Dessert werden in der Eisdiele verschiedene teils recht exotische Glaces, wie z.B. das Graumohneis, angeboten. 

 

Zahlreiche Bademeister sorgten dafür, dass wir unseren Enkel immer gut aufgehoben wussten, auch wenn er alleine auf die Rutsche ging oder von einem Becken ins andere hüpfte.

 

4. Tag – Besichtigung von Klosterneuburg

Nach rund 200 m ab unserem Camping waren wir bereits auf dem Stadtplatz von Klosterneuburg mit zahlreichen Geschäften, Kaffees und Restaurants angelangt. Hier fanden wir auch einen Spar sowie mehrere Bäckereien. Durch die Hofkirchnergasse führte uns ein kleiner Aufstieg zum Rathausplatz, wo immer von Juli bis August die Filmfestspiele unter freien Himmel stattfinden. 

 

Im rückwärtigen Teil des Platzes besuchten wir die Vinothek des Stifts von Klosterneuburg. Hier findet man eine grosse Auswahl an guten und preiswerten Weinen des Stifts und der Umgebung. Zum Abschluss unserer Tour besuchten wir noch die innen wie aussen sehr schön gestaltete Stiftskirche. Wer sich intensiver mit der Geschichte des Klosters und der ältesten Weinkellerei von Österreich befassen möchte, dem Empfehlen wir die Teilnahme an einer der täglich ab 15 Uhr stattfinden Führungen. 

 

5. Tag – Baden im Donaualtarm Greifenstein

Dieser Donaualtarm präsentiert sich wie ein Badesee. Durch einen schmalen Kanal mit der Donau verbunden, ist die Strömung hier kaum spührbar. Wir entschieden uns daher, unseren letzten Tag bei Wien zusammen mit unserem Enkel an diesem „See“ zu verbringen. Gleich zu Beginn des Altarms befindet sich eine öffentliche Liegewiese auf der auch Hunde willkommen sind. Für den Snack zwischendurch stehen zwei Imbisse bereit. Die Anfahrt auf dem Donauradweg von unserem Camping dauerte mit dem Fahrrad rund 40 Minuten. 

 

6. Tag – Anreise nach Révfülöp am Plattensee

Wenige Kilometer nach Wien verliessen wir die Autobahn, um auf Nebenstrassen unmittelbar nach dem Grenzübergang zu Ungarn unser erstes Etappenziel, das Schloss Esterhazy in Ferdöt anzusteuern. 

Das Schloss mit einer wechselvollen Vergangenheit kann heute wieder mit Führung in verschiedenen Sprachen besichtigt werden. Der Zugang zum Park sowie zum  Rosengarten mit über 800 verschiedenen Sorten ist frei zugänglich. 

Nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Wende wurden die Gebäude als Lagerhallen, Werkstätten für landwirtschaftliche Fahrzeuge und viele andere profane Zwecke genutzt. Heute sind die Prachtsräume grösstenteils wieder in ihrem ursprünglichen Glanz zu bewundern. In der Schlosskapelle und den Seitenflügeln waren gerade die letzten Renovationsarbeiten im Gange. Sie sollten bis Anfang 2019 grösstenteils abgeschlossen sein.

 

Unseren nächsten Stopp machten wir bei der Burg von Sümeg, welches nur 20 Kilometer vom Plattensee entfernt ist. Der kurze, aber steile Aufstieg auf dem Spiralweg vom Parkplatz trieb uns bei schwühl-heissem Wetter den Schweiss aus allen Poren. Doch die Burg war die Mühe wert, gilt sie doch als eine der besterhaltenen Burgen im gesamten Land. 

Sie besitzt nicht nur eine abwechslungsreiche und interessante Geschichte, sondern bietet ihren Besuchern vor allem im Sommer ein vielfältiges Rahmenprogramm, welches sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen anspricht. Neben Ritterspielen und Reitturnieren vermitteln Laiendarsteller den Besuchern viel Interessantes über das Leben auf einer Burg im Mittelalter. 

 

7. – 11. Tag – Strandtage am Plattensee

Dank hochsommerlichen Temperaturen mit bis zu 35 Grand war die tägliche Abkühlung im Plattensee jeweils eine Wohltat. Die geplanten Ausflüge zum Aussichtspunkt von Révfülöp und den am Sonntag stattfindenden Markt in Keszthely liessen wir deswegen gerne sausen. 

 

Eine kleine Bootsreise auf dem Plattensee wäre zwar eine willkommene Abwechslung gewesen, doch leider konnten die Schiffe aufgrund des niedrigen Wasserstands den Hafen nicht verlassen.   

 

12. Tag – Anreise zu den Plitvicer Seen

Da wir Zagreb schon im Frühjahr auf unserer Tour durch den Balkan ausgiebig erkundet hatten und auf dieser Strecke auch sonst keine grösseren Zwischenstopps eingeplant waren, bewältigten wir die Strecke von Révfülöp zu unserem Camping in Rakovica unweit der  Plitvicer Seen in etwas über vier Stunden. Für das Autobahnteilstück bis zur Grenze von Kroatien benötigten wir eine elektronische Vignette, welche wir an der ersten Auobahnraststätte für um die 10 Euro kaufen konnten. Nach dem problemlosen Grenzübergang zu Kroatien legten wir das zweite Teilstück vorbei an Zagreb ebenfalls auf der Maudpflichtigen Autobahn zurück. Die dafür fällige Maud konnten wir auch in Euro bezahlen. Das letzte Teilstück an diesem Tag führte uns auf einer kurvigen Strasse durch das hügelige Hinterland von Kroatien.    

 

13. Tag – Erkundung der Plitvicer Seen ab Eingang 1

Nach ausgiebiger Recherche, dem Studium der an der Rezeption des Campings aufliegenden Prospekte und dem Büchlein „Plitvicer Seen“, ISBN978-953-215-733-8 (leider ohne Übersichtsplan), war unsere Vorfreude auf dieses Naturphänomen verständlicherweise gross. 

Der älteste und mit über 29’000 ha grösste Nationalpark Koratiens (seit 1979 UNSCO Weltkulturerbe) zieht jedes Jahr über eine Million Besucher an. Entsprechend rasch sind die verfügbaren Parkplätze bei den beiden Eingängen zum Park bereits am frühen Morgen besetzt. Dank dem im Übernachtungspreis inbegriffenen Bustransfer ab dem Camping, blieb uns wenigstens die Parkplatzsuche erspart. Leider fährt der Bus erst um 9 Uhr beim Camping los. Um diese Zeit hat sich in der Saison besonders beim Eingang 1 vor der Kasse bereits eine lange Schlange gebildet.

Nach gut einer Stunde und dem Kauf einer Wanderkarte im Informationszentrum für 20 Kunas konnten wir uns endlich zusammen mit vielen anderen Touristen auf den Weg zum tiefsten, der über Kaskaden miteinander verbundenen 16 Seen und dem dahinterliegenden Wasserfall mit einer Fallhöhe von 78 m, machen.

 

Meist auf Stegen stiegen wir vorbei an den blaugrünen Seen mit Namen wie Kaluderovac, Gavanovac oder Mianovac im gemütlichen Tempo mit zahlreichen Fotostopps hinauf zum Ostufer des grössten Sees, dem Jezero Kozjak. Da uns der Bus erst um 17 Uhr zum Camping zurückbringen würde, und auch wegen der langen Schlange bereits wartender Menschen, entschieden wir uns, den Weg zum Westufer statt mit dem elektrisch betriebenen Touristenboot, auf der malerischen Nordroute entlang des Sees abzuwandern.

 

Da sich die Station des parkeigenen Shuttlebusses zum Eingang 1 auf der südlichen Seeseite befindet und wir nach einer mehrstündigen Wanderung bei heissen 32 Grad doch etwas erschöpft waren, nahmen wir die kurze Wartezeit zur Überquerung des Sees mit dem Schiff gerne in Kauf.

 

14. Tag –  Erkundung der Plitvicer Seen ab Eingang 2

Zur Erkundung der nicht weniger eindrücklichen oberen Seen wählten wir als Einstieg den Eingang 2. Hier war die Wartezeit bis zur Kasse zum Glück bedeutend kürzer. Die Treppenstufen hinunter zur Anlegestelle 1 waren rasch überwunden. Auch konnten wir ohne grosse Verzögerung wieder den See mit dem Elektroschiff überqueren und damit unseren Rundgang um den Gradinsko-, Galovac- und Veliko-Okruglajaksee fortsetzen. 

 

Gerade bei den oberen Seen schien uns der Prozess der Travertinbildung und den daraus entstandenen Überläufen in Form von Wasserfällen und Kaskaden von einem See in den darunter liegenden besonders eindrücklich. 

Eine Fahrt mit dem Ruderboot über das ausgesprochen klare und tiefgründige Wasser des Kozjaksees, ab der Anlegestelle 1, bildete sehr zur Freude unseres Enkels einen tollen Abschluss bei der Erkundung dieser einmaligen Seenlandschaft. Trotz eines Eintrittspreises von 30 Euro pro Erwachsenen und Tag können wir uns gut vorstellen, die Plitvicer Seen nochmals in einer anderen Jahreszeit zu besuchen.  Vielleicht im Frühjahr oder Spätherbst, wenn die Zuflüsse viel Wasser führen, oder im Winter, wenn die Kaskaden gefroren sind.

 

15. – 22. Tag – Erholung und Strandferien in Baska auf Krk

Nach zwei ausgedehnten Wanderungen rund um die Plitvicer Seen und bevor es auf die lange Fahrt nach Baska auf der Insel Krk ging, wollten wir uns am letzten Tag in Rakovica einfach nur etwas erholen.

Für den Streckenabschnitt von Rakovica bis Baska auf der Insel Krk benötigten wir mit Zwischenstopps etwas über fünf Stunden. Unweit der gebührenpflichten Brücke (7 Euro) über die Meerenge zur Insel befindet sich ein grosser Konzum. Nachdem wir unsere Vorräte wieder aufgefüllt hatten, setzten wir die 45 km lange Fahrt zu unserem nächsten Domizil fort. 

 

Kaum angekommen und installiert, bot das klare Meer an der Küste von Baska eine willkommene Erfischung. Das Meer, die zahlreichen Angebote auf dem Camping und im hübschen Städtchen Baska liessen die Tage unseres Aufenthalts wie im Fluge vergehen. 

Baska ist ein hübsches, überschaubares Städtchen, welches mit zahlreichen Souvenierläden, Restaurants und Abendattraktionen aufwartet. Auch ein kleines Aquarium lädt die Besucher zum Verweilen ein.

 

23. – 29. Tag – Anfahrt und Badeaufenthalt in Cavallino-Treporti

Wir entschieden uns für eine frühe Abfahrt in Baska, um beim Nadelöhr vor der Brücke zum Festland nicht allzu viel Zeit zu verlieren. Leider büssten wir einen grossen Teil der eingesparten Zeit am Grenzübergang von Slowenien zu Italien unweit von Triest wieder ein. Dichtes Verkehrsaufkommen und zahlreiche Baustellen auf der Autobahn nach Venedig, verhinderten ebenso ein rasches Vorankommen. Kurz vor 13 Uhr waren wir dann endlich bei unserem Camping. Nur einige Minuten später, und wir hätten wegen der strikten Mittagsruhe auf dem Camping bis 15 Uhr vor der Rezeption ausharren müssen. 

Da wir unweit von Venedig logierten, stand ein Besuch dieser wunderbaren Stadt natürlich auch auf unserer To-do-Liste. Bereits um 9 Uhr morgens und vor den grossen Touristenströmen legte unser Schiff am Hafen unweit der Piazza San Marco an. Durch enge Gassen und über zahlreiche Brücken schlenderten wir vorbei an der Piazza zur Rialto-Brücke, einem weiteren Wahrzeichen von Venedig. Nach einer leckeren Lasagne in einem der preisgünstigeren Restaurants im Stadtbezirk S. Polo und einigen Zwischenstopps in den überaus zahlreichen Souvenirläden bestiegen wir am späten Nachmittag um viele Eindrücke reicher wieder das Schiff zurück nach Cavallino-Treporti. 

 

Abgesehen von der erwähnten Exkursion nach Venedig (Details zur Anreise siehe Campingplatz) und einer vom Camping organisierten Radtour zur Lagune, verbrachten wir die letzten Tage unserer Sommertour 2018 sehr zur Freude von unserem Enkel mehrheitlich im Pool, am Meer oder auf einer der zur Anlage gehörenden Sporteinrichtungen.    

Fazit

Trotz teils recht langen Anfahrten war die diesjährige Tour mit wenigen Stationen und längeren Aufenthalten definitiv mehr nach seinem Geschmack. Deshalb unsere Empfehlung an alle die mit Kindern unterwegs sind: weniger ist mehr!

Wer diese Tour im Sommer, also in der Hochsaison, abfahren möchte, sollte die Campings bereits früh im Jahr reservieren. In einem Sommer wie diesem kann es auch nicht schaden und falls nicht schon vorhanden ggf. eine mobile Klimaanlage dabei zu haben.

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