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Sonntag, April 14

Tour-Übersicht

Tour-Dauer: 22. Juni 2022 (1 Tag)

Wegstrecke/Etappenziele: Dvigrad – Sveti Lovrec – Motovun-Montana – Pazin – Svetvinecat – Bale-Valle

Gefahrene Kilometer: 129 km

Frequentierte Camping-/Stellplätze: Camping Polari (Rovinj, HR)

Einleitung

Nachdem wir zu allererst auf unserem Navi die Einstellungen für „Autobahn“ und „Maudstrassen“ auf „AUS“ gestellt haben sind wir heute von unserem Campingplatz bei Rovinj zu einer Tagestour durch zentrale Istrien aufgebrochen. 

Die alte Ruinenstadt Dvigrad

Auf teils schmalen aber gut unterhaltenen Landstrassen erreichten wir nach kurzer Anfahrt under erste Anlaufstation am frühen Morgen, die alte Ruinenstadt Dvigrad (übersetzt 2 Städte). Einst auf zwei Hügeln erbaut, zählte sie in ihrer Blühte an die 2000 Einwohner. Nach Kriegen und Seuchen, wie die Pest, verblieben im 17. Jh. der Stadt gerade noch drei Familien. Um 1714 war wurde sie dann ganz aufgegeben. Umringt von einer Doppelmauer mit drei Toren, alten Strassen, Türmen aus dem 14. Jh. sowie den Überresten von 200 Bauten gilt Dvigrad als das grösste Kulturdenkmal mittelalterlicher Ruinen in ganz Istrien. 

 

Sveti Lovrec

In Sv. Lovrec sind die Istrier noch unter sich. Das merkt man daran, dass die beiden Cafés nur von Einheimischen frequentiert werden und ein ausgezeichneter Milchkaffee gerade Mal 9 Kunas kostet. Dabei blickt das Dorf Sv. Lovrec mit seinen gut erhaltenen Stadtmauern, Türmen und mehreren Stadttoren auf eine grosse Vergangenheit zurück. Die ältesten Bauten reichen bis ins 11. Jh. zurück. Die noch sichtbaren Befestigungsanlagen stammen aus der Zeit der Übergabe an Venedig, im Jahr 1271. Damals wurde Sv. Lovrec zum Zentrum der Verwaltung für Landbesitz des venezianischen Istriens. Der gepflasterte Hauptplatz wird gesäumt von der Stadtloggia, der dreischiffigen Basilika des Hl. Martin mit ihrem Glockenturm aus der ersten Hälfte des 11. Jh., einer Schandsäule sowie einer Galerie für moderne Kunst. 

 

Auf Trüffel in Motovun

Über teils enge Serpentinen hinab und dann steil ansteigend hinauf führte uns die weitere Wegstrecke nach Motovun-Montana. Das zauberhafte Motvun, inmitten der Trüffelregion von Istrien, gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte von Istrien. Die auf einem Hügel erbaute Altstadt ist von dicken Mauern aus dem 13. Jh. und 14. Jh. umgeben und durch massive Türme verstärkt. Nach einem schweisstreibenden Aufstieg von den kostenpflichtigen Parkplätzen am Fusse des Hügels gelangt man zur Hauptgasse, welche von zahlreichen Trüffel-Shops gesäumt wird. In diesen konnten wir verschiedene Produkte, wie Öle und Pasten, welche entweder mit schwarzen oder weisen Trüffeln versetzt sind, gratis kosten. Wir haben uns dann für einen Trüffelhonig entschieden, welcher hervorragend zu Camembert passen soll. Auch auf den Speisekarten der hübschen Restaurants mit meist grandioser Aussicht, spielt der Trüffel eine dominierende Rolle. Im Stadtkern, dem höchsten Punkt von Motvun, befinden sich entlang des grossen Platzes romanische und gotische Häuser, der Burgrast, eine Kirche aus der Spätrenaissance und ein Glockenturm aus dem 13. Jh. Der Gemeindepalast gilt als das grösste Bauwerk seiner Art in ganz Kroatien. Wegen seiner Grösse besagt eine Legende, dass darin Riesen leben sollen. 

 

Der spröde Charme von Pazin

Das eigentliche  Highlight von Pazin ist die an den Rand eines steilen Abgrunds gebaute Festung, welche schon Jules Vernes bei seinem Roman „Mathias Sandorf“ inspiriert hat. Darin flieht sein Romanheld aus der Gefangenschaft über den Abgrund in darunter liegende Schlucht. Mit dem Bau der Festung wurde bereits im 10 Jh. begonnen. Ihre heutige Form erhielt sie um 1540 und beherbergt heute das Stadtmuseum sowie das ethnographische Museum Istriens. Leider waren an der aus dem Jahr 1226 und im Jahr 1765 im Barockstil erneuerten Pfarrkirche umfangreiche Renovationsarbeiten im Gange und deren Besichtigung deshalb nur eingeschränkt möglich. Für einen Besuch der Paziner Höhle mit ihren 15° Innentemperatur hatten wir als Strandtouristen nicht die richtige Ausrüstung dabei.

 

Durch das geographische Zentrum von Istrien nach Svetincenat

Nach einem kurzen Lunch in Pazin und der Fahrt durch das Zentrum von Istrien erreichten wir am frühen Nachmittag Svetvincenat, welches für sein imposantes Kastell aus dem 13. Jh. bekannt ist. Der Hauptplatz wird von der Gemeindekirche, der Loggia und teils pittoresken Wohngebäuden umrandet. In der Mitte des Hauptplatzes gegenüber dem Eingang zur Festung befindet sich ein Brunnen. In der mit Fresken geschmückten Kirche des Hl. Vinzenz aus dem Jahr 1178 werden sehr alte Bücher sowie das Statut von 1520 ausgestellt. 

 

Ein malerischer Abschluss in Bale-Valle

Auf dem Weg zurück zu unserem Camping bei Rovinj machten wir noch kurz Station in Bale-Valle. Die in mehreren Ringen angelegten malerischen Gässchen treffen sich alle beim dominierenden Sardo-Bembo Palast, ursprünglich als Wohnraum erbaut zwischen zwei Türmen. Ebenfalls aus dem Mittelalter stammen die Stadtloggia, ein Prätorianischer Palast sowie die Überreste von Stadtmauer und Türme. Die Pfarrkirche hingegen stammt aus dem Jahr 1880. 

 

Zurück in Rovinj, der Perle an Istriens Westküste

Ohne Worte…

 

Fazit

Da das Verkehrsaufkommen abseits von Hauptstraßen und Autobahn sehr gering ist, ist das Fahren auf den teils jedoch recht schmalen aber gut unterhaltenen Nebenstrassen Istriens sehr entspannend und gewährt immer wieder einen tollen Einblick in das Leben der sehr freundlichen Menschen hier. Einzig mit grossen Wohnmobilen dürfte es zwischendurch etwas stressig werden, wenn man z.B. mit einem Lastwagen kreuzen muss. Für Leute die mit dem PW oder wie wir mit einem Bulli unterwegs sind, ist das aber überhaupt kein Problem. Auch die Verpflegung zwischendurch ist vielleicht mit Ausnahme von Motovun-Montana um einiges preiswerter als an den Küstenorten wie Rovinj. Ein Besuch von Pazin lohnt sich nach unserer Meinung nur für Fans von Jules Verne oder für Leute mit Interesse an der Ethnologie Istriens respektive der ca. 200 Meter langen Paziner Höhle. Ansonsten verfügt der Ort eher über den Charme einer Stadt aus der Sowiet-Era ohne historischem Charme. 

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